Der Grünspecht, Vogel des Jahres 2014!


Wer klopft denn da?

Vogel des Jahres 2014 ist der Grünspecht (Picus viridis). Doch keine Angst! Bei dem bunten Gefährten handelt es sich nicht, wie so häufig, um eine besonders gefährdete Art. Ganz im Gegenteil, denn der Bestand des Grünspechts hat in den letzten 20 Jahren erheblich zugenommen. Daher steht er sinngemäß für eine erfreuliche Entwicklung in unserer Vogelwelt.

Sein wohl bekanntestes Merkmal ist sein kräftiger Schnabel, ein richtiges Multifunktionswerkzeug. Zum einen benutzt er seinen Schnabel als Meißel zum Höhlenbau, wodurch sein charakteristische Klopfen entsteht. Zum anderen hilft er ihm an seine Leibspeise, nämlich Ameisen, zu gelangen. Mit seinem Schnabel schlägt er zunächst Löcher in den Ameisenhaufen und benutzt anschließend seine zehn Zentimeter lange, klebrige und sehr bewegliche Zunge um die Ameisen zu ertasten. Hat er sie erst einmal gefunden gibt es kein Entkommen mehr.

 

 

Lebensraum

Wie viele andere Vögel ist der Grünspecht ein typischer Kulturfolger und daher stark an die Aktivitäten des Menschen gebunden. Einerseits benötigt er offene Flächen für die Nahrungssuche, andererseits dickstämmige Bäume um seine Höhle zu bauen. Daher findet man ihn vorwiegend in extensiv bewirtschafteten Lebensräumen wie Streuobstwiesen und Hutewälder.

 

 

Gefährdung und Schutzmaßnahmen

Diese Lebensräume verschwinden jedoch zunehmend. Einziges Glück ist, dass der Grünspecht ziemlich anpassungsfähig ist. Sofern Bäume vorhanden sind findet er auch in der nächsten Umgebung zum Menschen geeigneten Lebensraum, sogar in Industriebrachen. Daher ist es vor allem die Veränderung des Klimas, die ihm zur Bedrohung wird. In kalten und langen Wintern fällt es ihm schwer Ameisen unter dem Schnee zu finden. Milde Winter fördern hingegen die Bestandsentwicklung.

 

 

Schirm-Art Grünspecht

Obwohl der Grünspecht nicht direkt gefährdet ist, steht er stellvertretend für einen seltenen Lebensraum und damit viele bedrohte Arten, die auf den Lebensraum angewiesen sind. Demnach profitieren vom Schutz des Grünspechts auch andere Arten wie beispielsweise der Gartenrotschwanz oder der Baumpieper.

 

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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