Kiebitzretter

© Günther Ziegler
© Günther Ziegler

Was bedeutet es, Kiebitzretter*in zu sein?

Der Kiebitz ist einer der auffälligsten Bodenbrüter unserer Kulturlandschaft – und zugleich einer der bedrohtesten. In Bayern sind seine Bestände in den letzten Jahrzehnten um fast 90% zurückgegangen. Ehrenamtliche Kiebitzretter*innen spielen daher eine zentrale Rolle dabei, die letzten Brutpaare zu schützen und den Bruterfolg zu sichern.

Was machen Kiebitzretter*innen?

Als Kiebitzretter*in bist für eigenes kleines Gebiet verantwortlich und unterstützt den Schutz der Gelege während der Brutzeit. Zu deinen Aufgaben gehören:

  • Auffinden von Kiebitzen, Nestern und Küken auf Feldern und Wiesen – mit Fernglas  oder Spektiv
  • Markieren der Nester mit dünnen Stäben, damit Landwirt*innen diese bei der Bewirtschaftung aussparen können.
  • Information des LBV Wiesenbrütermanager Florian Prestl / Marie Heuberger: Diese informieren dann den Landwirt und stimmen alles weitere ab
  • Dokumentation der Beobachtungen (Anzahl der Tiere, Standort, Verhalten).
  • Auf Wunsch: Unterstützung bei weiteren Schutzmaßnahmen 

Diese Arbeit findet immer in Abstimmung mit dem LBV und weiteren Projektpartnern statt – niemand ist allein draußen unterwegs.


Wann findet der Einsatz statt? (Monate & Zeitfenster)

Die Tätigkeit ist stark saisonal:

  • Februar: Die Kiebitze kehren in großen Trupps aus den Winterquartieren zurück
  • März: Beginn der Revierwahl, erste Balzflüge, Paarbeobachtungen wichtig. 
  • März – Juni: Hauptzeit von Eiablage, Brut und Kükenphase. In dieser Zeit werden Nester gesucht, markiert und dokumentiert.

Die intensivste Phase ist Mitte März bis Ende Juni.


Wie viel Zeit braucht man als Kiebitzretter*in?

Der Zeitaufwand ist flexibel und hängt von deiner Verfügbarkeit ab:

  • In der Hochphase reichen oft 2–4 Stunden pro Woche, z.B. für kurze Begehungen von Feldern – frei einteilbar
  • Wer weniger Zeit hat, kann auch einzelne Kontrollgänge übernehmen.
  • Das Ehrenamt ist frei einteilbar, aber regelmäßige Besuche (z.B. 12× pro Woche während der Brutzeit) erhöhen die Schutzwirkung.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Du brauchst:

  • Interesse an Natur- und Artenschutz
  • Zuverlässigkeit – gerade wichtig, weil Brutplätze geschützt werden müssen
  • Wahlweise wohnst du direkt an deinem Einsatzgebiet oder du hast die möglichkeit dieses per Auto oder Fahrrad zu erreichen 
  • Leider können wir aus finanziellen Gründen keine Ferngläser stellen, daher ist ein eignes Fernglas zwingend notwendig (gerne beraten wir)
  • Freude am Draußensein
  • Bereitschaft, sich einarbeiten zu lassen

Nicht erforderlich sind:

  • Spezielles Vorwissen

Gut zu wissen: Du wirst eingearbeitet und bekommst Unterstützung durch LBV‑Fachleute und erfahrene Ehrenamtliche. Niemand arbeitet allein.


Warum ist dieses Ehrenamt so wichtig?

Kiebitze brüten am Boden, oft auf Ackerflächen, wo ihre gut getarnten Eier bei der Bewirtschaftung leicht übersehen werden. Ohne Helfer*innen würden viele Gelege verloren gehen.
Durch das Ehrenamt können:

  • Gelege gezielt geschützt,
  • Landwirte informiert,
  • und Lebensräume erhalten werden.

Kiebitzretter*innen leisten damit einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt einer stark bedrohten Art.

LBV Bildaarchiv
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Die Wiesenbrütermanager Florian Prestl und Marie Heuberger erklären den neuen Ehrenamtlichen wie man Kiebitze findet. 

LBV Bildarchiv
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Eine Kiebitzattrape mit "Nest", die die Ehrenamtlichen versuchen müssen zu finden. 

 

LBV Bildarchiv
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Die ehrenamtlichen Kiebitzretter üben im Gelände die Peilung von Kiebitznestern.